Pflanzenwelt des Hochsommers
Wilde Malve (Malva sylvestris)
Hochsommer – wenn die Farben warm und weich werden
Die Wilde Malve bringt im Hochsommer eine zarte, rosaviolette Leichtigkeit in die Landschaft.
Ihre Blüten wirken wie kleine Seidenkelche und gehören zu den schönsten und mildesten Sommerkräutern überhaupt.
Erkennungsmerkmale
Blüten
rosa bis lilaviolett
dunkle Adern wie feine Pinselstriche
zart, seidig, auffallend schön
blühen von Juni bis September
Blätter
rundlich bis gelappt
weich, samtig
angenehm mild im Geschmack
Wuchsform
30–120 cm hoch
buschig, locker
liebt warme, sonnige Plätze
Herkunft & Verbreitung
In ganz Europa heimisch.
Typisch an:
Wegrändern
Feldern
sonnigen Wiesen
alten Hofstellen
Schuttplätzen
Ein klassisches Kulturbegleitkraut.
Standort & Boden
sonnig
nährstoffreich
warm
durchlässig
mäßig trocken bis frisch
Gärtnerwissen:
Je sonniger der Standort, desto intensiver die Farbe der Blüten.
Ökologische Bedeutung
beliebte Bienen- & Hummelpflanze
Raupenfutter für viele Schmetterlinge
Nektarquelle bis weit in den Herbst
bietet Schutz für Kleintiere
Aha-Moment
Die Malve enthält viele Schleimstoffe, die sie vor Austrocknung schützen.
Dein Körper nutzt ähnliche Stoffe (Muzine), um Schleimhäute zu pflegen.
Die Pflanze und dein Körper arbeiten mit derselben sanften Chemie.
Inhaltsstoffe & traditionelle Nutzung
Schleimstoffe
Flavonoide
Anthocyane
Gerbstoffe
Verwendung:
Tee
Blüten als essbare Deko
Kräuterzubereitungen
mildes Sommergemüse (Blätter)
Fun-Fact
Die Blüten färben beim Trocknen blau → Naturfarbstoff
Eines der beliebtesten „Kinderkräuter“ – überall sichtbar
Symbol für Sanftheit & Sommerfreundlichkeit
Beifuß (Artemisia vulgaris)
Hochsommer – das uralte Würz- und Ritualkraut
Beifuß ist eine Pflanze mit Geschichte.
Schon in der Antike galt er als Schutz- und Kraftkraut – und er begleitet den Hochsommer mit seinem harzig-würzigen Duft und seiner beeindruckenden Präsenz.
Erkennungsmerkmale
Blätter
oben dunkelgrün
unten silbrig-weiß behaart
aromatischer Duft
tief eingeschnitten
Blüten
unscheinbar, gelblich
in langen Rispen
blühen Juli–September
Wuchsform
50–150 cm hoch
kräftig, buschig
Wurzelstock weitreichend
Herkunft & Verbreitung
In Europa heimisch.
Typisch für:
Wegränder
Böschungen
alte Felder
sonnige Ruderalflächen
Eines der ältesten rituellen und kulinarischen Kräuter Europas.
Standort & Boden
sonnig
warm
trocken bis frisch
nährstoffreich
liebt offene Standorte
Gärtnerwissen:
Beifuß ist oft ein Hinweis auf stickstoffreiche Böden.
Ökologische Bedeutung
wichtige Nektarpflanze für Spätsommerschmetterlinge
Nahrungspflanze für Raupen vieler Nachtfalter
wertvoller Lebensraum für Ameisen & Käfer
stark aromatisch → Schutz vor Fraß
Aha-Moment
Die ätherischen Öle im Beifuß (Thujon, Cineol) wirken bei der Pflanze als Kommunikations- und Schutzstoffe.
Dein Körper reagiert auf dieselben Moleküle über den Vagusnerv –
Aromen können deine Stimmung und Verdauung direkt beeinflussen.
Inhaltsstoffe & traditionelle Nutzung
ätherische Öle
Bitterstoffe
Flavonoide
Gerbstoffe
Verwendung:
Würzmittel für schwere Speisen
Räucherwerk
Bestandteil alter Schutzrituale
Tee (vorsichtig dosieren)
Fun-Fact
Germanen nannten ihn „Mutter aller Kräuter“
Früher wurden Wandererkränze aus Beifuß gewunden
Symbol für Schutz, Reinigung und Wegbegleitung
Königskerze (Verbascum thapsus)
Hochsommer – die goldene Fackel der Trockenstellen
Die Königskerze ragt wie eine leuchtende Fackel aus Wiesen und Böschungen heraus.
Mit ihrer imposanten Höhe und den buttergelben Blüten ist sie eine der majestätischsten Sommerpflanzen.
Erkennungsmerkmale
Blüten
goldgelb
groß, samtig
wachsen dicht an langen, kerzenartigen Blütenständen
blühen von Juni bis August (Tag für Tag von unten nach oben)
Blätter
groß, filzig, silbrig
weich wie Wollstoff
bilden eine kräftige Rosette
Wuchsform
1–2,5 m hoch (!)
aufrecht
auffällige Solitärpflanze
Herkunft & Verbreitung
In Europa heimisch.
Typisch für:
Trockenstellen
Böschungen
Steinbrüche
Brachflächen
sonnige Wegränder
Standort & Boden
sonnig
warm
trocken bis frisch
kiesig, sandig, durchlässig
magere Standorte bevorzugt
Gärtnerwissen:
Die Königskerze liebt ungestörte, trockene Plätze – ideal für Naturgärten.
Ökologische Bedeutung
hervorragende Bienen- und Hummelanzeigerpflanze
Raupenfutter für diverse Schmetterlingsarten
ihre trockenen Stängel dienen Insekten im Winter als Rückzugsort
Samen bleiben Jahrzehnte keimfähig
Aha-Moment
Die flaumigen Blätter schützen die Pflanze vor Hitze und Verdunstung.
Auch deine Haut bildet winzige Strukturen (z. B. Hornschicht), um Feuchtigkeit zu halten.
Der Schutzgedanke ist biologisch überall derselbe.
Inhaltsstoffe & traditionelle Nutzung
Schleimstoffe
Flavonoide
Saponine
ätherische Öle
Traditionell:
„Königskerzenblütentee“ (mild, goldgelb)
Räucher- & Ritualpflanze
Ölauszug für Heilanwendungen
Fun-Fact
Wurde früher mit Harz getränkt als Fackel genutzt
Die Samen können jahrzehntelang im Boden überleben
Symbol für Licht, Ausdauer und Schutz
Baldrian (Valeriana officinalis)
Hochsommer – das duftende Kraut der Abendstunden
Baldrian ist eine hochsommerliche Kräuterpersönlichkeit:
sanft, duftend, oft an feuchten Wiesen zu finden.
Seine Blüten ziehen vor allem Abend- und Nachtfalter an – ein Zeichen seiner subtilen Magie.
Erkennungsmerkmale
Blüten
zartrosa bis weiß
locker in Doldenrispen
duften süßlich, besonders abends
blühen Juni–August
Blätter
gefiedert
sommergrün
lange, elegante Blattabschnitte
Wuchsform
50–150 cm hoch
hohler Stängel
horstbildend
Herkunft & Verbreitung
In Europa heimisch – besonders in:
feuchten Wiesen
Gräben
Bachnähe
lichten Auenwäldern
Eine alte Heil- und Zauberpflanze vieler Kulturen.
Standort & Boden
halbschattig bis sonnig
frisch bis feucht
humos
nährstoffreich
Gärtnerwissen:
Baldrian liebt regelmäßige Feuchte und verträgt keine lange Trockenheit.
Ökologische Bedeutung
nächtliche Nektarpflanze für Falter
wichtig für Schwebfliegen
feuchte Standorte fördern besondere Artenvielfalt
Wurzelduft lockt manche Tiere an
Aha-Moment
Die berühmten Valepotriate in der Wurzel beeinflussen das Nervensystem.
Pflanzen nutzen ähnliche Stoffe als Kommunikationsmittel im Boden –
ein biochemisches Gespräch zwischen Wurzel & Umwelt.
Du reagierst darauf mit Ruhe.
Inhaltsstoffe & traditionelle Nutzung
ätherische Öle
Valerensäure
Valepotriate
Bitterstoffe
Traditionell:
Baldrianwurzeltee
Kräuteröl
Räucherwerk
Bestandteil von Volksritualen für Ruhe & Schlaf
Fun-Fact
Katzen lieben Baldrian – sie reagieren wie auf Katzenminze
Früher glaubte man, Baldrian könne „böse Träume vertreiben“
Die Pflanze duftet je nach Tageszeit völlig unterschiedlich
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