Pflanzenwelt des Frühherbst
Wilde Minze (Mentha arvensis)
Frühherbst – wenn der Spätsommerduft kühler wird
Die Wilde Minze begleitet den Übergang vom Spätsommer zum Herbst mit einem frischen, klaren Duft, der oft schon ein wenig nach kühlen Morgen und nebeligen Wiesen riecht.
Sie ist lebendig, aromatisch und überall dort zu finden, wo Wasser fließt oder der Boden frisch bleibt.
Erkennungsmerkmale
Blätter
eiförmig bis lanzettlich
kräftig grün
fein gezähnt
riechen beim Zerreiben intensiv minzig
Blüten
lila bis rosafarben
kleine Quirle entlang des Stängels
blühen von Juli bis Oktober
Wuchsform
20–60 cm hoch
bildet Ausläufer
lässt sich leicht durch ihren Duft erkennen
Herkunft & Verbreitung
In Europa heimisch.
Typisch für:
feuchte Wiesen
Gräben
Uferbereiche
Bachränder
nährstoffreiche Böden
Eine sehr anpassungsfähige Art der Minzenfamilie.
Standort & Boden
sonnig bis halbschattig
liebt Feuchtigkeit
humos
nährstoffreich
wächst gerne in Wassernähe
Gärtnerwissen:
Wilde Minze breitet sich durch Ausläufer aus – im Garten am besten in einem Pflanzkorb halten.
Ökologische Bedeutung
wertvolle Nektarpflanze im Spätsommer & Frühherbst
zieht Bienen, Schwebfliegen und Falter an
Blätter als Nahrung für Raupen diverser Kleinschmetterlinge
bindet Feuchtigkeit im Boden
Aha-Moment
Der frische Duft stammt von Menthol – einem Molekül, das in deinem Körper die Kälterezeptoren aktiviert.
Deshalb fühlt sich Minze kühl an, obwohl sie nicht kühlt.
Eine perfekte Täuschung der Sinne – mit biologischem Nutzen für beide Seiten.
Inhaltsstoffe & traditionelle Nutzung
Menthol
ätherische Öle
Flavonoide
Gerbstoffe
Vitamin C-Spuren
Traditionell genutzt für:
Tee
Sommergetränke
Kräuterbäder
frische Küche
Fun-Fact
Minze wurde im alten Griechenland als Pflanze der Gastfreundschaft verehrt
Ihr Duft hält Ameisen fern
Sie kreuzt sich leicht – kaum eine Minze ist völlig „rein“
Schafgarbe (Achillea millefolium)
Frühherbst – die weiße Heilerin der Spätsommerwiesen
Die Schafgarbe ist ein Archetyp unter den Wildkräutern: robust, duftend, anmutig und voller Geschichte.
Im Frühherbst leuchtet sie noch weiß und stabil in den Wiesen, während andere Kräuter bereits müde werden.
Erkennungsmerkmale
Blätter
fein gefiedert („Tausendblatt“)
duftig-aromatisch
zart, aber sehr widerstandsfähig
Blüten
weiße oder rosa Doldenrispen
fester Stand
blühen von Juni bis Oktober
Wuchsform
30–80 cm hoch
horstig
bildet dichte Kolonien
Herkunft & Verbreitung
In Europa heimisch, eines der am weitesten verbreiteten Kräuter überhaupt.
Typisch für:
Wiesen
Wegränder
lichte Wälder
Heideflächen
magere Standorte
Schafgarbe folgt dem Menschen durch alle Kulturlandschaften.
Standort & Boden
sonnig bis halbschattig
mager bis mäßig nährstoffreich
trocken bis frisch
liebt kalkreiche Böden
Gärtnerwissen:
Schafgarbe ist ein Stärkungskraut für den Boden und verbessert die Pflanzenvielfalt.
Ökologische Bedeutung
wertvolle Bienen- & Schwebfliegenpflanze
Raupenfutter für viele Falter
ihr dichter Wuchs schützt den Boden vor Erosion
aromatischer Duft wehrt Fraßfeinde ab
Aha-Moment
Die Bitterstoffe der Schafgarbe regen in der Pflanze Abwehrreaktionen an –
in deinem Körper stimulieren sie Verdauung, Stoffwechsel und Geschmackssinn.
Bitterkeit ist ein universelles Aktivierungsprinzip in der Natur.
Inhaltsstoffe & traditionelle Nutzung
Bitterstoffe
Flavonoide
Gerbstoffe
ätherische Öle (Azulen, Chamazulen)
Mineralstoffe
Traditionell:
Tee
Kräuterwein
Bestandteil von Räucherungen
Allround-Kraut in der Volksheilkunde
Fun-Fact
Achilles soll Schafgarbe für Wundheilung genutzt haben → Name
Wird auch „Augenbraue der Venus“ genannt
In der Walpurgisnacht ein Schutzkraut
Hagebutten (Früchte der Rosa canina & anderen Wildrosen)
Frühherbst – wenn die Hecken rot aufglühen
Hagebutten sind die rubinroten Perlen der Heckenlandschaft.
Wenn ihre Früchte reifen, beginnt der Frühherbst spürbar – die Luft wird kühler, die Farben intensiver, und die Natur wendet sich langsam nach innen.
Erkennungsmerkmale
Früchte
rundlich bis länglich
leuchtend rot bis orange
mit feinen Nüsschen im Inneren
reifen ab September
Blätter
unpaar gefiedert
Sommergrün, im Herbst früh verfärbend
Blüten (im Frühsommer)
zart rosa bis weiß
5 Blütenblätter
typisches Rosengewächs
Wuchsform
Strauchform
oft mit langen, bogigen Ästen
1–3 m hoch
Herkunft & Verbreitung
Wildrosen sind in ganz Europa heimisch.
Sie besiedeln:
Hecken
Waldränder
Feldraine
magere Standorte
alte Kulturlandschaften
Standort & Boden
sonnig
frisch bis mäßig trocken
kalkliebend
robust und anspruchslos
Gärtnerwissen:
Je sonniger der Standort, desto süßer und vitaminreicher die Früchte.
Ökologische Bedeutung
hervorragendes Wildobst für Vögel
Rückzugsort für Igel, Kleinsäuger & Insekten
frühe Pollenquelle (Frühjahr)
wichtige Winterfrucht für Drosseln & Gimpel
Heckenstrukturen schützen vor Wind & Erosion
Aha-Moment
Hagebutten enthalten enorme Mengen Vitamin C – oft mehr als Zitrusfrüchte.
Pflanzen nutzen Vitamin C als Antioxidans genauso wie du:
zum Schutz der Zellen gegen Stress und Alterung.
Inhaltsstoffe & traditionelle Nutzung
Vitamin C (extrem hoch)
Carotinoide
Fruchtsäuren
Pektin
Flavonoide
Traditionell:
Tee
Mus
Marmelade
Pulver (Kerne, Schalen)
Herbstküche
Fun-Fact
Die feinen Härchen im Inneren waren früher die berühmte „Juckpulver-Zutat“
Hagebuttenmus ist ein echter Winterklassiker
Vögel nutzen die Früchte als Energiereserve im Spätwinter
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